... für ehrenamtliches Engagement
Es ist eine lange Tradition, daß von Seiten des CDU-Stadtverbandes Bergisch Gladbach der Paul-Lücke-Preis für ehrenamtliches Engagement vergeben wird. Mit diesem Preis will die CDU Bergisch Gladbach ein positives Zeichen für all diejenigen setzen, die sich in ehrenamtlichen Bereichen aktiv für unser Allgemeinwohl betätigen. Paul Lücke, der als Vater des Sozialen Wohnungsbaus gilt, hatte als Bundestagsabgeordneter und Bundesminister stets ein Herz für die großen und kleinen Belange jedes einzelnen Bürgers. Er war - wie man seiner Biographie (s.u.) entnehmen kann - mit ganzem Herzen Sozialpolitiker. Aus diesem Grunde entschloß man sich, den Preis für ehrenamtliches und soziales Engagement mit seinem Namen zu würdigen. Das Preisgeld in Höhe von 500,00 € ist selbstverständlich nur ein kleiner Anerkennungsbeitrag - viel wesentlicher ist die mit der Vergabe verbundene symbolische Bedeutung, die dem Preisträger voller Wertschätzung und wohl gemeinter Anerkennung von den Mitgliedern der Bergisch Gladbacher CDU entgegengebracht wird.
Die Träger des Paul-Lücke-Preises
2009 Jugendfeuerwehr der Stadt Bergisch Gladbach
2005 PROgymnasium Bensberg e.V.
2004 Paliativstation des VPH Bensberg
2003 Verschönerungsverein Bergisch Gladbach e.V.
2002 Leben ohne Drogen e.V. Bergisch Gladbach
2001 Aids Hilfe Bergisch Gladbach e.V.
1998 Papierservice "Britanniahütte" gemeinnützige GmbH
1997 OMEGA - mit dem Sterben leben e.V., Bergisch Gladbach
1996 Gronauer Fenster e.V.
1995 Kreuzbund Rheinisch-Bergischer Kreis e.V.
1994 Seniorengemeinschaft, St. Nikolaus, Bensberg
1994 Seniorengemeinschaft, St. Clemens, Paffrath
1994 Refrather Seniorentreff, Des Deutschen Roten Kreuzes
1993 Arbeitskreis "Asyl", Kath. Gemeinde St. Nikolaus, Bensberg
1993 Arbeitskreis "Asyl", Kath.Kirchengemeinde St. Josef, Moitzfeld
1992 Bensberger Kindergartenverein e.V.
1991 Elternkreis Drogenhilfe
1990 VdK -- Verband der Kriegsbeschädigten
1989 Essen auf Rädern
1988 Haus für die Jugend, Moitzfeld
1987 Arbeiter-Samariter-Bund
1986 Ce Be eF -- Bergisch Gladbach e.V.
1985 Refrather Altenhilfe
1984 Deutscher Kinderschutzbund e.V.
Stille Erinnerung am Grabe von Paul Lücke
Jedes Jahr wird zu Ehren Paul Lückes rund um seinen Todestag ein Kranz an seinem Grab auf dem Friedhof Bensberg niedergelegt. Zu Ehren und in langjähriger Tradition des ehemaligen CDU-Bundeswohnungsbauministers und späteren Innenministers wird außerdem jedes mal zum anschließenden Gespräch geladen.
Paul Lücke im Porträt
geboren am 13.11.1914
verstorben am 10.08.1976
1949-1972
Mitglied des Deutschen Bundestages
1957-1965
Wohnungsminister
1965-1968
Innenminister
Paul Lücke wurde am 13.11.1914 in Schöneborn Marienheide im Oberbergischen Kreis als eines von 14 Kindern des Steinbruchmeisters Wilhelm Lücke geboren. Nach Volks- und Berufsschule arbeitete er zunächst ebenfalls im Steinbruch, machte dann aber anschließend eine Schlosserlehre. Schon sehr früh engagierte er sich in der Katholischen Jugend u.a. in der Pfadfinderschaft Sankt Georg.
1935 wurde er zum Wehrdienst einberufen und besuchte die Feuerwerkerschule in Berlin, die er als Maschinenbauingenieur verließ. Danals wohnte Paul Lücke im Arbeiter-Viertel Wedding, dessen Wohnungselend ihn tief beeindruckte. Hier wurden sicherlich die Wurzeln für sein späteres berufliches Engagement im Wohnungsbau gelegt. Den 2. Weltkrieg erlebte er als Feuerwerker und Waffenoffizier u.a. in Russland und Frankreich, wo er bei einem Sabotageakt der französischen Widerstands-bewegung ein Bein verlor.
1945 trat Paul Lücke der CDU bei und engagierte sich wieder sehr in der Katholischen Laienbewegung und dem katholischen Männerwerk. Ab 1947 war er Amtsdirektor in Engelskirchen im Aggertal. Eine seiner Leistungen ist der rasche Wiederaufbau der fast vollständig zerstörten Gemeinde Engelskirchen.
1949 wurde Paul Lücke in den 1. Deutschen Bundestag gewählt und vertrat den Rheinisch-Bergischen Kreis dort bis 1972 -- stets direkt gewählt. Paul Lücke wurde sehr früh Vorsitzender des Wohnungsbauausschusses und 1957, nachdem die CDU die absolute Mehrheit bei der Bundestagswahl gewonnen hatte, im 3. Kabinett Adenauer Wohnungsminister. Dieses Amt behielt er bis zum 26. Oktober 1965 -- seiner Ernennung zum Innenminister.
Paul Lücke glaubte fest daran, dass Menschen möglichst in eigenem Haus und Garten leben sollten, da er diese Form als die menschenwürdigste und geeignetste für Familien empfand. Insofern fördert er sehr stark den Eigenheimbau und die Eigentumsbildung. Die Wohnungsnot ging rasch zurück und im Mai 1960 wurde der lang umkämpfte "Lücke-Plan" verabschiedet, der eine Erhöhung von Mieten erstmals wieder möglich machte.
Die "Einmillionste" Neubauwohnung wurde in einem Modellprojekt Refrath-Kippekausen errichtet und von Konrad Adenauer sowie Paul Lücke persönlich eingeweiht.
1965 übernahm Paul Lücke das Innenministerium im Kabinett Erhard und behielt es auch, nachdem am 01. Dezember 1966 die Große Koalition zwischen CDU und SPD unter Kiesinger und Brandt gebildet worden war. In dieser Zeit bildeten die Notstandsgesetzgebung und die Wahlrechtsreform die schwierigsten Probleme, die ihm viele Angriffe und Enttäuschungen brachten. Ein besonderes Anliegen war Paul Lücke die Durchsetzung des Mehrheitswahlrechtes, von dem er sich gerechtere Ergebnisse und mehr Demokratie erhoffte. Aufgrund einer Zusage von Herber Wehner hatte er geglaubt, dieses Mehrheitswahlrecht mit der SPD durchsetzen zu können. Nachdem auf dem Nürnberger SPD-Parteitag 1968 die Wahlrechtsreform endgültig begraben wurde, sah Paul Lücke seine Glaubwürdigkeit nicht mehr gewahrt und trat von seinem Ministeramt zurück. 1972 verlor Paul Lücke seinen Wahlkreis an die SPD. Er schied, da er eine Absicherung über die Landesliste abgelehnt hatte, aus dem Bundestag aus und übernahm die Geschäftsführung der DEWOG und Blievers Baugesellschaft in Köln.
Neben seinen vielen beruflichen Verpflichtungen war ihm immer ehrenamtliches Engagement ein besonderes Anliegen. Er war Präsident des Deutschen Gemeindetages, ferner Präsidialmitglied im Familienbund der Deutschen Katholiken in Hannover. Er war führend im Deutschen Heimstättentag tätig und Vorsitzender des Stiftungsrates der Stegerwald-Siedlung in Köln.
Paul Lücke war mit der Österreicherin Rosa Fussenger verheiratet, mit der er 6 Kinder hatte. Die einzige Tochter Maria Theresia Opladen war lange Zeit als Abgeordnete für die Stadt Bergisch Gladbach im Landtag Nordrhein-Westfalen und von 1999 bis 2004 erste hauptamtliche Bürgermeisterin dieser Stadt.
Am 10. August 1976 verstarb Paul Lücke noch nicht 62jährig in einem Krankenhaus in Erlangen. |